ROZANA MARKOVIC

Die in Mazedonien geborene Rozana Markovic ist 53 Jahre alt und lebt in Neumarkt am Wallersee. Sie hat in Mazedonien eine höhere Schule für Museologie, Archive und Bibliotheken besucht und die Prüfungen mit Auszeichnung bestanden. Nach ihrer Hochzeit im Jahr 1987 ist sie mit ihrem Mann nach Österreich gekommen und hat hier eine Familie mit 2 Kindern gegründet. Seit 8 Jahren arbeite sie für die Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee und ist dort als Reinigungskraft tätig. Seit 32 Jahren hat sie bisher gearbeitet, sie hat sogar die Karenzzeit ihrer Kinder nicht in Anspruch genommen. Inzwischen lebt ihr Sohn mit seiner Frau und den beiden Enkelkindern bei ihr. Sie leben als Großfamilie in einer Wohnung und haben im Heimatort ihres Mannes ein Haus, welches gerne im Urlaub genutzt wird.

Sie kommen ursprünglich aus Mazedonien wie wird dort der internationale Frauentag begangen?

In Mazedonien wird der Frauentag seit der Gründung des Frauentages groß gefeiert. Der Tag hat mehr Bedeutung als in Österreich der Muttertag. Bei uns sind diese Tage sozusagen zusammengelegt. Die Frauen feiern zum Großteil ohne Männer und genießen "Ihren" Tag.

 

Welches Thema rund um den Frauentag trifft Sie persönlich am meisten?

Wir brauchen auch eine neue Aufmerksamkeit für die Fähigkeiten der Frauen, diese sollten ernst genommen werden und mit einer neuen Achtsamkeit von Allen geschätzt werden.

Frauenrechte hinsichtlich der Religionen ist eine große Aufgabe für die Zukunft - hier geht es um Menschenrechte und Frauenrechte die wahrgenommen werden müssen!

 

Wo haben Frauen und Männer nicht dieselben Rechte, was könnte verbessert werden?

Für mich ist es wichtig, dass wir Frauen die fast gleichen Rechte (wir Frauen haben andere Stärken) wie Männer bekommen, z.B. gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und das sollte sich auch auf den Pensionsanspruch der Frauen auswirken.

 

Frauentag inmitten einer Pandemie namens Corona - wie geht es Ihnen ganz persönlich während dieser schwierigen Zeit als Frau?

Als Großmutter merke ich es, besonders weil meine Schwiegertochter arbeiten gehen muss und ich dann im Lockdown, soweit es geht aufpassen muss.

 

Klar, in manchen Bereichen besteht Aufholbedarf - trotzdem hat sich auch schon sehr vieles getan. Wo finden Sie, dass Frauenthemen bereits sehr stark verbessert wurden und vieles geschehen ist - auch im Vergleich zu Ihrem Herkunftsland?

In Mazedonien war es noch üblich, z.B. bei meiner Schwester, dass die Mädchen nur die Pflichtschule absolvieren und dann zu Hause im Dorf bleiben. Das hat sich inzwischen gravierend geändert! Mädchen und Frauen haben einen guten Zugang zu Bildung und Ausbildung und nehmen das auch in Anspruch. Seither ist die Entwicklung der Frauenrechte ähnlich wie hier in Österreich auch.

"Keine Unterschiede beim Zugang zu Arbeit & in der Bezahlung!"

Für Frauen ist es wichtig arbeiten zu gehen und dass es dabei keine Unterschiede im Zugang zur Arbeit und in der Bezahlung mehr gibt.