IRENE APPRICH

Irene Apprich ist 49 Jahre, in Straßwalchen unbeschwert und glücklich in einer großen Familie aufgewachsen. Ihr Studium hat die Apothekerin in Wien absolviert. Anschließend hat sie ihre pharmazeutische Tätigkeit in der Landesapotheke als Krankenhausapothekerin ausgeübt. Zur Unterstützung ihrer Mutter in der Lindenapotheke ist sie nach Straßwalchen zurückgekehrt. Diese hat Irene dann 2009 übernommen.

Welches Thema rund um den Frauentag trifft Sie persönlich am meisten?

Aus gesellschaftlicher Sicht finde ich es erschreckend wie hoch die Zahlen für häusliche Gewalt gegen Frauen auch in Österreich sind. Und vor allem wie schutzlos manche Frauen dem ausgeliefert sind.

 

Wo haben Frauen und Männer nicht dieselben Rechte? Was könnte verbessert werden?

Ich bin Dienstgeberin von 12 Frauen in einer Apotheke mit behördlich geregelten Öffnungszeiten bis 18 Uhr. Ich erlebe daher "hautnah" welch großes Organisationstalent meine angestellten Mütter beweisen müssen, wenn sie nachmittags arbeiten. Ohne private Unterstützung ist das nicht möglich, denn welche Einrichtung ermöglicht eine Kinderbetreuung bis nach 18 Uhr?

Frauen und Männer sollten auch endlich für gleiche Arbeit gleich bezahlt werden.

 

Frauentag inmitten einer Pandemie namens Corona - Wie geht es Ihnen ganz persönlich während dieser schwierigen Zeit als Frau?

Grundsätzlich gut, mein Tagesablauf hat sich nicht viel verändert. Das Leben am Land bietet zurzeit riesen Vorteile. Aber natürlich bin ich auch wie alle gefordert. Gerade beruflich ist es ein fast täglich neues Reagieren auf neue Verordnungen, Marktbedürfnisse oder Kundenerwartungen. Da muss man sehr achtsam agieren, um dem eigenen Qualitätsanspruch treu zu bleiben und nicht zum Getriebenen zu werden.

 

Klar, in manchen Bereichen besteht Aufholbedarf -trotzdem hat sich auch schon sehr Vieles getan. Wo finden Sie, dass Frauenthemen bereits sehr stark verbessert wurden und vieles geschehen ist?

Aus Frauensicht lebe ich schon immer in einer privilegierten Zeit in einem privilegierten Land. In Österreich freut man sich über die Geburt eines Mädchens gleich wie über die eines Buben, ich hatte freien Zugang zu Bildung, durfte immer wählen, wurde nicht zwangsverheiratet - die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Also Zeit sich auch einfach mal zu freuen wie gut es uns geht!

Aber, um die Frage auf den Punkt zu bringen, Frauen lassen sich nicht mehr leicht in klassische Rollenbilder drängen und folgen, mehr als früher, ihren Interessen und Talenten.

"Mit Zusammenhalt können Frauen viel erreichen"

Die große Stärke von Frauen sehe ich im Vernetzen, der Kommunikation, dem Denken in kreativen Lösungen und der gegenseitigen Unterstützung. Wir sind Teamplayer. Wenn wir das beherzigen, können wir viel erreichen.